Gefährliche Innovationshemmnisse

Armin Morgner arbeitete seit einem Jahr bei einem Hersteller für Fahrräder. Dieser produzierte Tourenräder, Mountainbikes, Reiseräder, Rennräder, Trekkingräder und Cityräder. Morgners Tätigkeitsbereich lag in der Konstruktion der Modelle. Immer wieder dachte er dabei über Neuerungen, Veränderungen und Verbesserungen nach. So auch heute, als sein Chef, der Leiter des Unternehmens, sein Büro betrat. Ohne Armin einen Guten Morgen zu wünschen polterte er los: Wo die neuen Modelle blieben, seit drei Tagen warte er auf die Skizzen und überhaupt solle Armin heute so lange bleiben, bis er fertig wäre. Armin schaute auf die Uhr. Vor 22 Uhr würde er es nicht schaffen. Der Chef wartete die Antwort von seinem Mitarbeiter nicht ab, sondern verließ energisch den Raum. Die Tür schloss er laut.

Innovationshemmnisse können zum Ruin führen

Was war geschehen? Der Fahrradhersteller hatte mit Armin Morgner einen kreativen, motivierten und engagierten Konstrukteur gefunden. Sein Wissen könnte dem Unternehmen zur Kreation völlig neuer Elektro-Modelle verhelfen. Doch der Chef des Unternehmens stellt ein personifiziertes Innovationshemmnis dar. Indem er seinen Mitarbeiter ohne offensichtlichen Grund kritisiert, unter Zeitdruck setzt und demotiviert unterdrückt er dessen Kreativität. Wissenschaftliche Studien haben herausgefunden, dass die Unternehmenskultur einen großen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens hat. Unternehmenskulturen, die Fehler nicht tolerieren, bzw. einen überzogenen Umgang mit Kritik pflegen unterdrücken die die Kreativität der Mitarbeiter. Meist ist diese Kultur eine Folge subjektiver, emotionaler Einstellungen, die sich in mangelnder Risikobereitschaft, Abneigung gegenüber Neuerungen und Trägheit äußern. Es ist sehr gefährlich, wenn diese Eigenschaften vom Führungspersonal vorgelebt werden. Unterdrückte Innovationsaktivitäten können zum Ruin des Unternehmens führen.

Innovationen schaffen Wettbewerbsvorteile

Doch warum sind Innovationen so wichtig? Handelt es sich dabei nicht einfach um ein neues Schlagwort der Wirtschaft, der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes? Innovationen sind weit mehr als ein Schlagwort. Bei Unternehmen steht nicht länger die Kostensenkung im Mittelpunkt. Einige Unternehmen führen/führten den „Innovationsmanager“ ein. Es ist äussert wichtig in einem gesättigten, globalisierten Markt Neuerungen zu erschaffen. Gerne auch in Nischen. In Deutschland gibt es viele Unternehmen die sogannte „Hidden Champions“ sind.  Das sind Unternehmen abseits von Facebook, Tesla, Google & Co., die ganz gezielt Nischen als Weltmarktführer besetzen. Zu diesem Thema gibt es bereits eine Menge wissenschaftlichen Arbeiten wie Haus- oder Bachelorarbeiten, Masterarbeiten oder Doktorarbeiten. Grundsätzlich führen Innovationen zu neuen Ertragsquellen.

Mitarbeiter brauchen Raum für Kreativität

Der hier beschriebene Fahrradproduzent sollte seinem Angestellten daher Raum für Kreativität einräumen, denn er bringt die für Innovationen wichtigen Voraussetzungen mit ins Unternehmen. Armin Morgner ist zum Umdenken in der Lage. Er stellte alt bewährte Grundsätze in Frage. In Bezug auf die Weiterentwicklung der Fahrradtechnik hat er Vorstellungen von neuen Modellen, welche den Zeitgeist treffen. Es ist wichtig, dass Armin Morgner seine Ideen offen äußern kann, dass die Ideen mit dem nötigen Ernst behandelt werden, sowie in die Unternehmensstrategie integriert werden.

Aktives Innovationsmanagement betreiben

Unabhängig davon sollte das Unternehmen einen Verantwortlichen für Innovationen benennen (siehe oben: „Innovationsmanager“). Dieser kann die nötigen Maßnahmen in die Wege leiten, welche für ein nachhaltiges Kreativitätsmanagement nötig sind. Dazu gehören der Aufbau von Netzwerken, sowie Arbeitsbedingungen, die positive Emotionen hervorrufen.

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Innovationshemmnisse gibt es in verschiedenen Ebenen. Die Ebene einer Organisation (Wasserköpfe), das Umfeld einer Organisation, die Projektebene (Machtkämpfe in interdisziplinären Innovationsteams) und die Ebene des Individuums.
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GW