So gelingt die Themensuche

So gelingt die richtige Themensuche: Die Qualität einer empirischen Untersuchung wird u. a. daran gemessen, ob die Untersuchung dazu beitragen kann, den Bestand an gesicherten Wissen im jeweiligen Untersuchungsbereich zu erweitern. Angesichts einer beinahe explosionsartigen Entwicklung der Anzahl wissenschaftlicher Publikationen befinden sich Studierende, die z. B. die Absicht haben, eine empirische Abschlussarbeit anzufertigen, in einer schwierigen Situation: Wie sollen sie herausfinden, ob eine interessant erscheinende Untersuchungsidee tatsächlich originell ist? Wie kann man als Studierender sicher sein, dass das gleiche Thema nicht schon bearbeitet wurde? Verspricht die Untersuchung tatsächlich neue Erkenntnisse, oder muss man damit rechnen, dass die erhofften Ergebnisse eigentlich trivial sind?

Warum finde ich keine kreative Untersuchungsidee?

Eine Beantwortung dieser Fragen bereitet weniger Probleme, wenn im Verlauf des Studiums – durch Gespräche mit Lehrenden und Mitstudierenden bzw. nach gezielter Seminararbeit und Lektüre – eine eigenständige Forschungsidee heranreifte. Manche Studierende vertiefen sich jedoch monatelang in die Fachliteratur in der Hoffnung, irgendwann auf eine brauchbare Untersuchungsidee zu stoßen. Am Ende steht nicht selten ein resignativer Kompromiss, auf dem mehr oder weniger desinteressiert die eigene empirische Untersuchung aufgebaut wird.

Einige Wissenschaftler führen die Schwierigkeit, kreative Untersuchungsideen zu finden, zu einem großen Teil auf die Art der Ausbildung in den Sozialwissenschaften zurück. Es wird geschätzt, dass mindestens 90% des Unterrichts in Forschungsmethodik auf die Vermittlung präziser Techniken zur Überprüfung von Hypothesen entfallen und dass für die Erarbeitung von Strategien, schöpferische Forschungsideen zu finden, überhaupt keine oder nur sehr wenig Zeit aufgewendet wird.

Persönliches Interesse steigert das Engagement

Empirische Arbeiten sind meist zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Es ist deshalb von großem Vorteil, wenn es Studierenden gelingt, eine Fragestellung zu entwickeln, deren Bearbeitung sie persönlich interessiert und motiviert. Das eigene Engagement hilft nicht nur, einen frühzeitigen Abbruch der Arbeit zu verhindern, sondern kann auch zu einem guten Gelingen der empirischen Untersuchung beitragen.

Diese Einschätzung rechtfertigt natürlich die Frage, ob die Forderung nach persönlichem Engagement in der Forschung nicht die Gefahr birgt, dass die Wissenschaft Ergebnisse produziert, die durch Vorurteile und Voreingenommenheit der Untersuchenden verzerrt sind. Weiterhin wird von Wissenschaftlern behauptet, dass die Geschichte der Wissenschaft voller Belege dafür sei, wie Wissenschaftler durch bestechende Argumente und phantasiereiche Interpretationen ihre Vorurteile zu bestätigen trachten. Kreative und bahnbrechende Forschung kann nur geleistet werden, wenn Forschenden das Recht zugestanden wird, sich engagiert für die empirische Bestätigung ihrer Vorstellungen und Ideen einzusetzen.

Ratschläge zur richtigen Themensuche

Im Folgenden zeigen wir einige Ratschläge, die die Suche nach einem geeigneten Thema erleichtern soll:

  • Anlegen einer Iddensammlung
  • Replikation von Untersuchungen
  • Mitarbeit an Forschungsprojekten (Teilfragestellungen)
  • oder gezielte Themensuche

Liegt eine Ideensammlung vor, muss entschieden werden, welche Themen für eine empirische Untersuchung in die engere Wahl kommen. Diese Einschätzung der Qualität von Untersuchungsideen in dieser Phase davon abhängig zu machen, ob die Untersuchungsideen einigen allgemeinen wissenschaftlichen und untersuchungstechnischen Kriterien genügen. Und ob sie unter ethischen Gesichtspunkten empirisch umsetzbar sind.

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Die richtige Themensuche für die Abschlussarbeit
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Wie sollen Studierende herausfinden, ob eine interessant erscheinende Untersuchungsidee tatsächlich originell ist? Wie kann man als Studierender sicher sein, dass das gleiche Thema nicht schon bearbeitet wurde? Verspricht die Untersuchung tatsächlich neue Erkenntnisse? Manche Studierende vertiefen sich jedoch monatelang in die Fachliteratur in der Hoffnung, irgendwann auf eine brauchbare Untersuchungsidee zu stoßen. Am Ende steht nicht selten ein resignativer Kompromiss, auf dem mehr oder weniger desinteressiert die eigene empirische Untersuchung aufgebaut wird.
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