Wie betreibe ich die Literaturrecherche richtig?

Wer bei seiner Themensuche ein interessantes Thema gefunden hat, steht vor der Aufgabe, die vorläufige Untersuchungsidee in den bereits vorhandenen Wissensstand einzuordnen. Dafür ist eine Literaturrecherche nötig. Es hat zum Ziel, die eigene Untersuchungsidee nach Maßgabe bereits vorhandener Untersuchungsergebnisse und Theorien einzugrenzen bzw. noch offene Fragen oder widersprüchliche Befunde zu entdecken. Es empfiehlt sich das Literaturstudium genau, methodisch und sorgfältig anzugehen.

Orientierung bei der Literaturrecherche

Wenn zur Entwicklung der Untersuchungsidee noch keine Literatur herangezogen wurde, sollten als erstes Lexika, Wörterbücher und Handbücher eingesehen werden. Sie informieren über die für das Untersuchungsthema zentralen Begriffe und nennen erste einführende Literatur. Diese wiederum enthält ihrerseits Verweise auf spezielle Monographien oder Zeitschriftenartikel. Zusammen mit den lexikalischen Beiträgen wird dadurch ein erster Einblick in den Forschungsstand vermittelt.

Hervorzuheben sind aktuelle Sammelreferate, sogenannte Reviews. Sie besitzen den großen Vorteil, dass in ihnen die wichtigste Literatur zu einem Thema für einen begrenzten Zeitraum inhaltlich ausgewertet und zusammengefasst worden ist. Ebenfalls sehr hilfreich sind in diesem Zusammenhang auch sogenannte Metaanalysen, in denen die empirischen Befunde zu einer Forschungsthematik statistisch zusammengefasst sind. Gute Bibliotheken führen außerdem einen ausführlichen Schlagwortkatalog, der ebenfalls für die Beschaffung eines ersten Überblicks genutzt werden sollte.

Noch ein Wort zu den Universitätsbibliotheken: Sie sind komplizierte wissenschaftliche  Organisationen, die zusammen bestrebt sind, das gesamte Wissen aller wissenschaftlichen Disziplinen zu archivieren. Neben Unibibliotheken helfen auch computergestützte Datenbanken und das Internet. Wurde ein erster Überblick nach einer ersten Durchsicht verschafft, kann es durchaus sein, dass man das Thema nochmal neu strukturieren und eingrenzen muss.

Literaturrecherche- und Informationsquellen

Hier noch eine Liste von Literatur- und Informationsquellen:

  • Bibliotheken
    • Erste Anlaufstelle ist die hochschuleigene Bibliothek und deren Webseite. Bibliotheken stellen neben der Literatur zahlreiche Recherchehilfsmittel bereit wie z. B. Kataloge, Datenbanken usw. Bibliothekendienste stehen auch meist online zur Verfügung. Hierüber bekommt man Zugang zu speziellen Dokumentenservern für Publikationen der Hochschulmitglieder
  • Buchhandel und Verlage
    • Bei wissenschaftlicher Recherchearbeit ist der Buchhandel vor allem dann wichtig, wenn es um Neuerscheinungen geht. Online bietet der Buchhandel die Möglichkeit zur Katalogrecherche. Oft auch Leserezensionen und oft Einblicke in die Originaltexte. Meist aber – aus Urheberrechtsgründen, nur für 1-2 Seiten.
  • Fachzeitschriften
    • Zu den meisten Fachzeitschriften gibt es heute Informationsseiten im Internet, denen z. B. Inhaltsverzeichnisse und Abstracts zu entnehmen sind. E-Journals bieten zudem die Volltexte kostenpflichtig digital an.
  • E-Books
    • E-Books sind Bücher, die vollständig digital vorliegen und dementsprechend am PC, Laptop oder Handy gelesen werden können. Heutige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt gibt es sowohl als gedrucktes als auch als elektronisches Buch zu kaufen. Neben kommerziellen E-Books gibt es mittlerweile Zehntausende von kostenfreien E-Books. Das Problem entsteht eher bei einschlägiger und aktueller Fachliteratur. Sie findet man eher selten als kostenlose e-Books.
  • Wissenschaftliche Suchdienste im Internet
    • Wissenschaftliche Suchdienste im Internet sind darauf spezialisert, aus der Fülle der Onlinequellen dezidiert akademische Dokumente herauszufiltern. Anstelle allgemeiner Suchmaschinen sollte für wissenschaftliche Recherchen demnach bevorzugt solche wissenschaftliche Suchdienste genutzt werden. Die wissenschaftliche Onlinerecherche hat den Vorteil, dass immense Informationsmengen unmittelbar zugänglich werden. Um auf gute Ergebnisse zu kommen, ist es besonders wichtig, die Herkunft und die Qualität der digitalen Dokumente kritisch zu prüfen.
  • Fachinformationsportale
    • Fachinformationsportale (FIP) stellen fachbezogene Onlinequellen gebündelt zusammen. Hier ist es für die Qualität entscheidend, dass das FIP redaktionell betreut wird.
  • Fachgesellschaften (FG)
    • Eine gute Anlaufstelle für fachbezogene Recherchen sind die Internetpräsenzen der einzelnen wissenschaftlichen Fachgesellschaften. So sind die deutschen und internationalen FG für Psychologie, Soziologie, Erziehungswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Medizin online präsent und liefern auch Links auf gute Onlineinhalte
  • Dokumentenlieferdienste (DLD)
    • DLD erstellen elektronische Kopien (Scans) von einzelnen Aufsätzen oder Buchkapiteln und senden diese binnen weniger Stunden oder Tage per Mail an die Kunden im PDF-Format. Im Gegensatz zur Fernleihe, welche mehrere Wochen dauern kann, bieten DLD sehr schnellen Zugriff auf die gesuchten Quellen.
  • Literaturverwaltungsprogramme
    • Es ist ratsam zu einmal recherchierten und beschafften Informationen zu allen rezipierten und relevanten wissenschaftlichen Texten in einer eigenen Datenbank zu sammeln und zu archivieren. Spezielle Literaturverwaltungsprogramme sind ebenfalls in der Lage automatisch ein formatiertes Literaturverzeichnis zusammenzustellen.
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GW