Gender Studies

Gender Studies – Mehr als das X

Gender Studies werden an derzeit zehn Universitäten angeboten. Dass es sich hier nicht um ein Bachelor-Orchideenfach handelt, zeigt sich daran, dass bei den Gender Studies der Masterabschluss mittlerweile zur Norm gehört. Und auch wenn die Gender Studies unter starker Kritik liegen, lohnt es sich dennoch, sich mit diesem abwechslungsreichen Studium zu befassen.

X oder Sternchen?

Die Gender Studies sind in letzter Zeit sehr häufig negativ rezipiert worden. Eigenes Verschulden einiger Fakultäten sollte dafür als Grund auf keinen Fall ausgeschlossen werden. Wenn der Anschein erweckt wird, dass die Entscheidung, ob Professoren ab jetzt ProfessXen oder Professor*innen sind, zum Heil der Menschheit zwingend geklärt werden muss, dann wird diesem Studiengang in jeder Hinsicht Unrecht getan. Hier handelt es sich stattdessen um ein Studium, das sich sowohl mit soziologischen als auch psychologischen Fragen beschäftigt und diese Diskussionen auf einem hohen akademischen Niveau führt.

Eingleisig geht hier nichts

Die Gender Studies sind dafür bekannt, ein hohes Maß an Interdisziplinarität zu fordern. Geschichte, Soziologie und Psychologie sind nur einige der Hilfs-Disziplinen, die in diesem Studium bemüht werden. Aus diesem Grund ist das Studium auch in jeder Hinsicht anspruchsvoll, wer Gender Studies professionell betreiben will, der braucht stets auch eine feste Basis, die sich ebenfalls aus den Erkenntnissen anderer Disziplinen aufbaut. Der Fokus des Studiums liegt schließlich auf:

  • Hierarchien
  • Rollen
  • Rollenverhältnissen
  • Stereotypen.

Fragen der Macht stehen ebenfalls auf den Studienplänen und daher ist ein mehr als fundiertes politisches Wissen äußerst hilfreich, um die eigene Forschung in jeder Hinsicht zu optimieren. Aus diesem Grund gehört zu den Anforderungen, die an Studierende der Gender Studies gestellt werden, die Bereitschaft, sehr weit über den eigenen Tellerrand herausblicken zu wollen. Professionelle Hilfe zum Thema gibt es mittels Ghostwriting. Versierte Autoren helfen „blockierten“ Studenten auf die Sprünge, in dem sie die ein oder andere Vorlage liefern.

Nicht nur Frauensache: Gender Studies

Vielfach wird angenommen, dass die Gender Studies mit dem Feminismus gleichzusetzen sind. Die Existenz der Masculinity Studies ist dafür aber der perfekte Gegenbeweis. So wie sich die feministischen Gender Studies mit der wechselnden Rolle der Frau in der Gesellschaft befassen, beschäftigen sich die Masculinity Studies mit der Rolle des Mannes. Es geht schließlich bei diesem Studium nicht darum, zu erklären, dass alle Frauen bemitleidenswerte Opfer eines nicht enden wollenden Patriarchats sind. Hier geht es vielmehr darum, zu erforschen, welche gesellschaftlichen Konsequenzen verschiedene Rollen haben können. Deshalb ist die Rolle der Frau in der Gesellschaft in diesem Studium nur eines von vielen Themen.

In eigener Sache

Hier wird zumeist von Studenten, Ghostwritern und Lektoren gesprochen. Damit wollen wir auf keinen Fall behaupten, dass Frauen an der Fakultät nicht erwähnenswert sind. Im Gegenteil, der größere Teil der Studentenschaft ist bekanntermaßen weiblich und daher ist es doch wohl auch nicht nötig, diese Tatsache immer wieder künstlich zu betonen. Im englischsprachigen Raum ist es beispielsweise unüblich, den Begriff „Professoress“ zu nutzen. Den Grund dafür hat mir meine ehemalige Anglistik-Dekanin erläutert. Sie sagte, dass die Leistung weiblicher Professoren in jeder Hinsicht der ihrer männlichen Kollegen gleichzusetzen ist und weibliche Akademiker deshalb keine Herausstellung der Kombination von Geschlecht und akademischem Grad benötigen sollten. Dieses herrliche Selbstbewusstsein sollten wir weiblichen Akademiker alle haben.

Autor: Bettina K.

Datum: 10.07.17

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Die Gender Studies sind in letzter Zeit sehr häufig negativ rezipiert worden. Eigenes Verschulden einiger Fakultäten sollte dafür als Grund auf keinen Fall ausgeschlossen werden. Wenn der Anschein erweckt wird, dass die Entscheidung, ob Professoren ab jetzt ProfessXen oder Professor*innen sind, zum Heil der Menschheit zwingend geklärt werden muss, dann wird diesem Studiengang in jeder Hinsicht Unrecht getan.
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